komparsen-vs-hollywood.de - Verletzte Komparsen des Tom Cruise Films wollen ihr Recht komparsen-vs-hollywood.de Verletzte Komparsen des Tom Cruise Films wollen ihr Recht

Warten auf den Staatsanwalt

Hat UA noch nie von ” PR - Public Relation” gehört oder ist die Stelle dem Rotstift zum Opfer gefallen? Die bisherige Öffentlichkeitsarbeit erzeugt bestenfalls Mitleid…

Die Vorwürfe liegen auf dem Tisch:

  • Komparsen wurden nicht nur als Ware bezeichnet, sondern auch so behandelt
  • Bekannte Sicherheitsmängel an den eingesetzten Lkw wurden nicht beseitigt
  • Ein nicht bestehendes oder nicht funktionierendes Sicherheitsmanagement
  • United Artists oder ihre Erfüllungsgehilfen reagierten nicht auf Warnhinweise
  • Selbst Unfälle führten nicht zu einer Überprüfung der Sicherheitsstandards
  • Mängel führten zum Unfall mit mehreren Komparsen, die während der Fahrt vom Fahrzeug fielen, als sich eine Klappe öffnete

Dieser Unfall führt zu einem beachtlichen Presseecho. Nicht verwunderlich, wird doch hier in Deutschland die Scientology-Sekte gänzlich anders bewertet als in den USA. Und ein berühmtes bekennendes Mitglied dieser Organisation, der man in Deutschland menschenverachtende Praktiken nachsagt, ist nicht nur Star dieses Filmes, maßgeblich an der Produktionsfirma beteiligt, sondern verkörpert in diesem Film einen der Helden des deutschen Widerstandes.

Während in den USA der Sicherheit aller Beteiligten bei Dreharbeiten größte Aufmerksamkeit geschenkt wird - alles andere wäre zu teuer - muss sich diese Firma hier die oben auszugsweise aufgeführten Vorwürfe gefallen lassen. Und was wirklich erstaunt: Sie läßt sie sich gefallen und agiert gar nicht oder ungeschickt.

Zunächst versucht man das Ganze herunterzuspielen. War ja nicht so schlimm. Der Wagen fuhr ja nur mit ca. 15 km/h. Man kann aber keine Einigkeit im Unternehmen erzielen, denn der amerikanische Sprecher ist sich wohl der Unterschiede zwischen Kilometer und Meile nicht so ganz bewußt:

United Artists publicist Allan Mayer confirmed the accident in a statement to Access Hollywood, but said that nine people were involved — not eleven, as has been previously reported.

“The injuries where ‘extremely minor,‘” said Mayer, “and only nine extras were injured (NOT 11). The truck was going 15 miles-per-hour. The 2nd Unit was filming that day, and Tom Cruise was NOT working. Eight of the extras were treated for “cuts and bruises,” and the ninth was kept overnight for observation.”
Quelle: Accesshollywood

Nun soll es ein Gutachten geben, wonach der Wagen technisch nicht zu beanstanden sei. Daraus wird dann von UA der Schluss gezogen, dass die Komparsen selber Schuld seien.

Extras hurt on Tom Cruise’s new movie Valkyrie have been told the production company was not responsible for the accident. Eleven extras were injured when they fell off a driving truck last month.

Authorities for occupational health and safety insist no major safety defects were found on the vehicle - contrary to the claims of some extras. An inspection had shown the truck was safe.

It is claimed the extras failed to close the truck’s side covering properly, causing it to open in transit - absolving the production company of any blame. Filming will now have to be controlled by a safety manager at all times.
Quelle: Starpulse Blog

Wie? Ich bin selber Schuld, wenn ich in der Luft aus dem Flugzeug falle, weil ich die Flugzeugtüren nicht geschlossen habe? UA setzt sich einer solchen Diskussion aus und lässt sich derartige Vorwürfe gefallen? Man versucht, unsere Mandanten ruhig zu stellen, indem wir aufgefordert werden, schon einmal die Einzelheiten der Verletzungen etc. zu schildern.

Als wenn es darauf ankäme! Die Höhe der Schadensersatzforderungen wird nur marginal von der Art und Dauer der Verletzungen abhängen. Das Unrecht, das im Verhalten der Filmgesellschaft zum Ausdruck kam und kommt, diese Arroganz eines US-amerikanischen Unternehmens aus Hollywood, das meint, hier wie in Zeiten des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges agieren zu können, wird die Höhe der Forderungen bestimmen.

Wir haben Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden. Warten wir ab, was der Abschlussvermerk der Staatsanwaltschaft ergibt. Jedenfalls ist jetzt schon abzusehen, dass wir United Artists beweisen können, dass ihre Stellungnahmen nicht mit den Tatsachen in Übereinstimmung zu bringen sind.

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2 Kommentare
  1. Jakob Jaloss am 25. August 2008 um 01:44 Uhr

    Wow! Toller rechtsanwaltlicher Ansatz. Man will ein US-amerikanisches Unternehmen für seine “Arroganz” und das von ihm ausgedrückte “Unrecht” bestrafen. Ich glaube, es ist extrem ungeschickt, dies hier auch noch so zu veröffentlichen. Da es aber letztendlich ja gar nicht um die Komparsen und ihre Schürfwunden geht, sondern wohl vorrangig um die Selbstdarstellung von Frau Bluttner, ist das wohl auch egal. Deutsche Gerichte werden sich darüber amüsieren. US-Gerichten braucht man als Deutscher mit solchen anti-amerikanischen plumpen Argumenten gar nicht erst zu kommen. Much ado about nothing, würde ich sagen.

  2. RA Jede am 27. August 2008 um 14:35 Uhr

    @JJ:
    Nirgends findet sich ein Anti-Amerikanismus bei uns, im Gegenteil! Die US-amerikanishcne Gerichte werden dokumentieren können, daß vor ihren Richtern für deutsche Komparsen dasselbe Recht gilt, daß auch für amerikanische Komparsen angewendet wird.

    Warum wohl sind die Sicherheitsstandards in den USA für Komparsen höher als in Deutschland? Standortvorteil für Deutschland?

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